Hermrigen: Info an Bevölkerung

Ein Konsortium bestehend aus den schweizerischen Firmen PEOS AG, Weiach (90%) und der SEAG, AG für schweizerisches Erdöl, Langnau am Albis (10%), planen im bernischen Hermrigen eine Erdgasbohrung. Gebohrt werden soll am gleichen Ort wie 1982 beim Projekt mit Elf Acquitaine.

Die Planung und Durchführung der Bohrung liegt in den Händen der PEOS AG (Operator), eine 100% Tochtergesellschaft der texanischen eCorp. International, Houston. Die Anfänge der eCorp Houston gehen auf 1978 zurück. Die Gesellschaft hat sich auf Gasspeichermöglichkeiten und unkonventionelle Gaslagerstätten spezialisiert. Sie ist tätig in Texas, Pennsylvania, Mississippi und Alabama. Zusammen mit anderen Gesellschaften hält sie ca. 20% der Gasspeicherkapazitäten in den USA. Seit 2009 ist sie auch in Europa tätig und hat nebst der Schweiz Konzessionen oder Beteiligungen in Frankreich, England, Rumänien und Bulgarien erworben. Derzeit laufen auch Studien für Beteiligungen in Deutschland und Spanien.

Die Konzession gehört der SEAG, welche auch für den Kontakt zu den Behörden und der Bevölkerung verantwortlich ist. Das Baugesuch läuft unter dem Namen des Konsortiums. Die SEAG wurde 1956 gegründet und gehörte – wie auch die Bernische Erdöl AG, welche an der Bohrung Hermrigen-1 beteiligt war – zur SWISSPETROL-Gruppe, von welcher sie nach deren Liquidation alle Forschungsdaten übernahm. Sie hält in 13 Kantonen der Schweiz Konzessionen und arbeitet mit zwei ausländischen Partnern zusammen.

Die Ascent Resources Plc, London war bis im März 2010 Partner in verschiedenen Schweizer Konzessionen. Sie hielt ihre Rechte über Ihre Tochtergesellschaft PEOS AG, Weiach. Mit der schweizerischen PEOS AG wurde seinerzeit die Bohrung Weiach-2 im Kanton Zürich abgeteuft und gashaltiges Gestein angetroffen, das wegen seiner enormen Dichte jedoch keine Ausbeutung zuliess. Die Ascent hat die PEOS AG an die eCorp International, Houston verkauft. Sie hat aber im Falle einer Fündigkeit in Hermrigen die Option erhalten gegen Bezahlung von 45% der Bohrkosten sich in die Ausbeutungsgesellschaft einzukaufen. Dann wären die Verhältnisse 45% eCorp via PEOS AG, 45% Ascent und 10% SEAG.

 

Warum wieder Hermrigen?

Warum kommen wir nach Hermrigen zurück? Die Bohrung Hermrigen-1 unter der damaligen Leitung von Elf Aquitaine hat einige technische Probleme zu lösen gehabt. Die Bohrung wurde zweimal abgelenkt und erreichte schliesslich das Bohrziel nie. Es wurde Erdgas in grösserer Menge angetroffen, doch die Bohrung hatte Erdöl zum Ziel und für Erdgas bestand damals kaum Verwendung. Sie wurde als „nicht kommerziell“ verfüllt.

Untersuchungen der Geologen der Ascent, der SEAG und nun auch der eCorp haben aufgezeigt, dass das Gebiet um Hermrigen nicht nur eine Struktur (unterirdische Aufwölbung des Gesteins), sondern auf Grund der damaligen und heute überarbeiteten Seismik, sowie einer zusätzlichen Untersuchung im November 2006 (ADNR) mit tieffrequenten Aufzeichnungen, sehr gute Aussichten auf einen kommerziellen Gasfund aufzeigte, sofern man als Endziel eine Tiefe von 3000 bis 3200 Metern anvisiert (Hermrigen-1: 2425 m). Die Bohrung soll nicht abgelenkt, sondern senkrecht gebohrt werden.

 

Was ist anders als bei der ersten Bohrung?

Vieles, ja fast alles:

  • Der Bohrplatz ist an demselben Ort am Ende des „Bohrweges“. Die Fläche für den eigentlichen Bohrplatz beträgt jedoch nur 90 x 90 Meter,, also ca.. 8’000m2 im Gegensatz zu dem Vielfachen der Elf Aquitaine.. Für die Zufahrtsstrasse, Absenkbecken und die Humusaufschüttungen werden weitere ca.. 8’000 m2 gebraucht,, so dass wir mit einer Gesamtfläche von ca.. 16 »000 m2 rechnen.Die Bohrzeit wird auf lediglich 45 Tage geplant, zu denen noch ca. 15 Tage Testphase hinzukommen. Zusammen mit dem Bau des Bohrplatzes und der Renaturierung nach der Bohrung wird mit ca. 100 Tagen Gesamtzeit budgetiert. Das finanzielle Gesamtbudget beträgt rund 10 Mio. Schweizer Franken.

 

  • Die Bohrzeit wird auf lediglich 45 Tage geplant, zu denen noch ca. 15 Tage Testphase hinzukommen. Zusammen mit dem Bau des Bohrplatzes und der Renaturierung nach der Bohrung wird mit ca. 100 Tagen Gesamtzeit budgetiert. Das finanzielle Gesamtbudget beträgt rund 10 Mio. Schweizer Franken.

 

  • Das Bohrgerät ist von modernster Bauart, wird voll hydraulisch betätigt und verursacht sozusagen keinen Lärm (60 Dezibel in 20 Metern Entfernung, was einem lauten Gespräch entspricht).

 

  • Der Kreislauf der Wasserspülung ist geschlossen und die Bohrstangen werden nicht mehr mit Gettöse über eine Rampe hochgezogen oder heruntergelassen, sondern befinden sich in einer Art Karussell um den Bohrtisch angeordnet,, werden hydraulischlisch angehoben und eingedreht.. Das Karussell verhindert zudem, dass das Licht von der Bohrplattform nach aussen dringt und somit der Bohrturm nicht hell erleuchtet ist.. Der Bohrturm ist selbstfahrend und wird als Schwertransport über die normalen Strassen nach Hermrigen gebracht.

 

  • Lastwagenverkehr entsteht hauptsächlich nur während der Bauphase und bei der Demontage.. Während der Bohrphase müssen nur Dieselöl für die verkapselten Dieselmotoren und Ersatzteile auf den Bohrplatz gebracht werden.

 

  • Wir werden mit der Gemeinde ein Konzept für die Verkehrsregelung der Schaulustigen erarbeiten, um die Quartierstrassen zu schonen.

 

  • Nach Beendigung der Bohrung wird im Fündigkeitsfall eine kurze Pipeline zur nächsten Gasleitung der Gasverbund Mittelland gebaut werden und auf dem Bohrplatz nur noch ein aufsteigendes Rohr mit entsprechenden Ventilen zu sehen und eine Gastrocknung/reinigung-Anllage, jedoch iin der Ebene untterhalb Hermrigen, nottwendig sein.. Letztere ist im Baugesuch nicht enthalten.

 

Breite Information

Der Gemeinderat in corpore und die Burgergemeinde als Landeigentümerin sind umfassend informiert worden. Eine erste Informationsveranstaltung für alle Einwohner hat bereits im Januar 2008 hier stattgefunden. Im Juni 2010 wurde der Kanton als zuständige Behörde voll informiert und am 5. Juli 2010 wurde das Gesuch um Erteilung einer sogenannten „Erschliessungsbewilligung“ beim Kanton und gleichentags das Baugesuch bei der Gemeinde Hermrigen bzw. beim Regierungsstatthalteramt Seeland eingereicht. Gleichzeitig wurde das Regierungsstatthalteramt Seeland zuerst informiert und mit den notwendigen Unterlagen beliefert. Seit dem 4. August 2010 läuft die Einsprachefrist von 30 Tagen gegen das publizierte Baugesuch.

Der Bohrturm sollte uns Anfang November 2010 zur Verfügung stehen, so dass die Bauarbeiten nach Abschluss der landwirtschaftlichen Saison begonnen werden könnten. Geht alles nach Plan, sollte die Bohrung Ende 2010 die Endteufe erreichen. Es wird im 24-Stundenbetrieb mit drei Schichten gearbeitet. Eine Bohrmannschaft arbeitet 12 Stunden und die Mannschaften werden nach 14 Tagen ausgewechselt. Sie werden in Gasthöfen und in umliegenden Campingplätzen einquartiert.

Nebst einer hohen Haftpflichtversicherung, einer Überwachung durch den Kanton und einem Alarmplan für alle Eventualitäten, kann ein hoher Sicherheitsstandard angeboten werden. Wir hoffen, dass die Bevölkerung von Hermrigen diese energiepolitische Herausforderung zum Wohle aller anerkennt und mithilft das Projekt zu einem Erfolg zu führen.

Information an die Bevökerung