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Lagerstätten unkonventionell


Tight Gas

Tight Gas entsteht in den ersten Schritten gleich wie Erdgas in einer konventionellen Lagerstätte. Absinkende Meerespflanzen und Kleinstlebewesen verwandeln sich im tiefen Gestein über Jahrmillionen hinweg in Erdgas. Ist dieses Muttergestein locker und porös, entweicht das Gas nach oben. Da sich aber Gesteinsschichten unter Druck verdichten können, bleibt das Gas auf dem Weg nach oben in einem solchen, fest (tight) gewordenen Gestein stecken. Tight Gas ist entstanden.

 

Mit herkömmlichen Bohrungen lässt sich diese unkonventionelle Lagerstätte nicht nutzen. Es fehlen die winzigen Hohlräume, durch die das Gas zum Bohrloch strömen könnte. Um das Gas dennoch zu fördern, sind die Hohlräume künstlich zu erzeugen. Das Gestein muss stimuliert werden.

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Tight Gas

Gas, das in einem dicht gewordenen Gestein gefangen ist, wird Tight Gas genannt. Es kann nicht aufsteigen. Denn neben den verschiedenen Barriereschichten wirken die 2500 Meter dicken Gesteinsformationen über dem Tight Gas als weitere Sicherheitsbarrieren.

Bild SEAG
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Ein kleinporiger Schwamm symbolisiert dichten Sandstein mit kleinen, schlecht verbunden Poren, in denen das Gas als tight gas steckengeblieben ist.

Bild: iStock

Lagerstätten in der Schweiz

Tight Gas-Lagerstätten werden in im Mittelland und im Jura vermutet. Bisherige Schätzungen gehen von einem Potenzial von 150 bis 300 Milliarden Kubikmetern aus. Damit liesse sich der heutige Gasverbrauch der Schweiz für 45 bis 90 Jahre decken.

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Tight Gas-Lagerstätten in unserem Land.

Bild: Geoform AG

Schiefergas

Schiefergas entsteht in den ersten Schritten gleich wie Erdgas in einer konventionellen Lagerstätte. Absinkende Meerespflanzen und Kleinstlebewesen verwandeln sich im tiefen Gestein über Jahrmillionen hinweg in Erdgas. Ist dieses Muttergestein sehr dicht, bleibt das Gas dort gefangen. Dieses am Gestein gebundene Gas wird Schiefergas genannt.

 

Um das Schiefergas zu nutzen, sind künstlich Hohlräume zu erzeugen, durch welche das Gas zum Bohrloch strömen kann. Das Gestein muss stimuliert werden.

Schiefergas

Schiefergas

Gas, das seit seiner Entstehung in dichtem Schiefergestein gefangen ist, wird Schiefergas genannt. Es kann nicht nach oben entweichen. Neben den verschiedenen Barriereschichten wirken die 2500 Meter dicken Gesteinsformationen über dem Schiefergas als weitere Sicherheitsbarrieren.

Bild: SEAG
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Kompaktes Schiefergestein mit kleinen, fast nicht verbundenen Poren. Hier lagert das Schiefergas.

Bild: iStock

Lagerstätten in der Schweiz

Schiefergas-Lagerstätten werden im südlichen Mittelland vermutet. Bisherige Schätzungen gehen von einem Potenzial von rund 120 Milliarden Kubikmetern aus. Damit liesse sich der heutige Gasverbrauch der Schweiz für etwa 35 Jahre decken.

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Schiefergas-Lagerstätten in der Schweiz.

Bild: Geoform AG

Kohleflözgas

Bergleute in Kohlegruben fürchten das «Grubengas». Dieses «Grubengas» ist eigentlich in den Kohleflözen gefangen und tritt bisweilen durch kleine Ritzen in die Stollen aus. Ein Flöz ist eine Lagerstätte eines Rohstoffs, hier zum Beispiel Kohle, die parallel zu den Gesteinsschichten verläuft. In den Kohleflözen ist das Gas in der Kohle gebunden.

 

Gefördert wird Kohleflözgas sowohl durch herkömmliche vertikale Bohrungen als auch durch Stimulationen.

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Kohleflözgas

Gas, das in der Kohle gebunden ist.

Bild: SEAG
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Typischer Kohleflöz

Bild: Ulrich Stefanski

Lagerstätten in der Schweiz

Kohleflözgas wird in der Nordschweiz vermutet. Kohleflöz-Vorräte könnte es auch weiter südlich unter dem Molasse-Becken geben. Allerdings werden diese Stätten in enormen Tiefen vermutet. Über welches Potenzial die Schweiz verfügt, ist heute nicht bekannt.

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Kohleflöz-Lagerstätten in der Schweiz.

Bild: Geoform AG

Gashydrate

Gashydrate sind Eisklötze, in denen Gas und Wasser fest miteinander verbunden sind. Durch die Verrottung organischen Materials von Pflanzen und Tieren hat sich am Meeresgrund Gas gebildet. Ist das Wasser mit Gas gesättigt, können sich in etwa 500 Metern Tiefe und bei 2 Grad Celsius stabile Gas-Eisklötze bilden. Gashydrate sind die größten fossilen Brennstoffressourcen der Welt.

 

Gashydrate gibt es vor allem unter dem Meeresboden entlang fast aller Kontinentalränder und in den arktischen Schelfgebieten. In der Schweiz sind keine Vorräte bekannt.

 

Die Nutzung von Gashydraten ist schwierig. Ihr Abbau könnte die Kontinentalabhänge destabilisieren. Riesige Rutschungen wären möglich, die wiederum Ursache von Tsunamis sein könnten.

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Gasydrate

Brennendes Eis.

Bild: Wikimedia commons
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Struktur von Gashydraten.

Bild: Forschungsschiff FS Sonne, 2002